für Prävention und Gesundheitsförderung

Sabrina hat eine Idee. „Fencheltee!“, ruft sie. Der helfe ganz bestimmt gegen Bauchschmerzen, das hat sie selbst mal ausprobiert. Die Idee ist so richtig wie sie spontan ist. Von Fencheltee war bisher in der Praxis von Dr. Schönemeyer noch nicht die Rede. Und in den Dialogen der Schauspieler beim Mitmach-Theaterstück „Erwin und Rosi auf der Suche nach der verlorenen Sommersprosse“ kam er bislang auch noch nicht vor. Bis zu diesem Vormittag in der Moerser Eschenberg-Grundschule.

„Das ist der Reiz am Kindertheater. Die Kinder sollen ja nicht nur zuschauen, sondern auch mitmachen, mitreden und auf das Stück reagieren“, sagt Kai Bettermann, der zusammen mit Martina und Thomas Hoeveler (sie spielen das Geschwisterpaar Erwin und Rosi) sowie Kristin Scheinhütte (die Sprechstundenhilfe Bärbel Schönemeyer und gibt der Handpuppe Dr. Schönemeyer ihre Stimme) die Geschichte rund um Erwin und Rosi auf die Bühne bringt. Die Szene mit den Bauchschmerzen ist ja nicht die einzige, bei der sich die Kinder direkt beteiligen können. Wenn es um die richtige Zahnpflege geht, sind sie ebenfalls gefragt. Und bei der Frage, was genau eigentlich eine „Anamnese“ ist, können sie auch Vorschläge machen. Und erfahren wenig später, dass die sich zwar komisch anhört, aber sie bestimmt nicht wehtut.

Schauspieler Kai Bettermann ist gleich in vier Rollen zu sehen, er kommt als Monsieur Flöh, der sich den Fuß verknackst hat, in Dr. Schönemeyers Praxis angehumpelt, er ist Mister Owl, flügellahm und verspannt, er spielt Frau Schnegge, die sich den Magen verdorben hat und er spielt den Hasen Señor Conecho, der von Zahnschmerzen geplagt wird. „Natürlich ist die Basis des Stücks immer dieselbe“, sagt Bettermann in Moers, nach Bergheim und Wattenscheid die dritte Station der Erwin und Rosi-Tour, „aber bei jedem Mal ist es auch immer ein bisschen anders.“

Wichtig ist aber vor allem eines: Dass die Kinder nicht nur gesagt bekommen, wie wichtig Bewegung im alltäglichen Leben ist, sondern ganz direkt die Chance haben, das auszuprobieren. So recken sie die Hände nach oben, klatschen oder hinkeln auf einen Bein – all das ist im Stück eingebaut. „Wir wollten eine körperliche Ebene einbauen“, erklärt Bettermann, „weil das eben zur Gesundheit dazugehört und das Stück abwechselungsreicher macht.“ Die Kinder nehmen das gerne an, verfolgen das Stück noch lebhafter.

So vergehen die 45 Minuten in der Eschenberg-Grundschule wie im Flug. Nicht nur Monsiuer Flöh, Mister Owl, Frau Schnegge und Señor Conecho kann geholfen werden, auch Erwin, der sich eigentlich vor dem Besuch in Dr. Schönemeyers Praxis gesträubt hat und durch einen Trick seiner Schwester Rosi überlistet wurde, ist am Ende rundum glücklich. Hat er doch wiedergefunden, wonach er so lange gesucht hatte…

Mit dem Mitmach-Theaterstück „Erwin und Rosi“ will die Dietrich Grönemeyer Stiftung Gesundheit von Kindesbeinen an fördern. Deshalb macht die Stiftung zusammen mit der Knappschaft Bahn-See mobil und tourt mit Erwin und Rosi quer durch NRW. Die nächste Station wird Essen sein. Wer weiß, welche Vorschläge dann die Kinder gegen Bauchschmerzen parat haben.