für Prävention und Gesundheitsförderung

Erst die Arbeit – dann das Vergnügen, sagt der Volksmund. Wenn man aber KIKA-Moderator und Stiftungsbotschafter Malte Arkona auf der Bühne sieht, sieht man schnell: Arbeit kann so viel Vergnügen machen! Mehr als 1000 Kinder wissen das seit dem 15. Juli nur zu gut. Sie alle nahmen Teil an den 3. Hessischen Gesundheitsspielen – und kamen dabei mit viel Spaß mächtig ins Schwitzen.

Spannende Sportangebote, Vorträge rund um Körper und Ernährung, Gesundheitsunterricht, der Schule macht: Am 15. Juli fanden in Marburg die 3. Hessischen Gesundheitsspiele statt. Veranstaltet von der Dietrich Grönemeyer Stiftung für Prävention und Gesundheitsförderung in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium, dem Staatlichen Schulamt Marburg, der Elisabethschule, dem VfL Marburg und Hessens größter Krankenkasse, der AOK. Mehr als 1000 Kinder und Jugendliche der Klassen 5 bis 6 waren diesmal am Start.

Mit Beifall begrüßten sie Malte Arkona. Der moderiert nicht nur den KIKA-Tigerentenclub und „Die beste Klasse Deutschlands“, sondern ist auch als Gesundheitsbotschafter der Dietrich Grönemeyer Stiftung immer am Ball. In der Georg-Gaßmann-Sporthalle brachte er die Kinder ordentlich in Schwung. Arkona sorgte für Sprinteinlagen, La Olas – auch in Zeitlupe – er brachte den Kindern ihren Körper näher und stellte sie auch auf die Probe, etwa beim simulierten Zähneputzen samt Kniebeugen auf einem Bein. Während die Deutschen Weltmeister gerade mit dem Flieger auf dem Weg nach Berlin waren, zeigte Arkona, dass er auch als Beatboxer den Ton angeben kann. Und Quizfragen gab’s gratis: „Wie lange sind Kinder im Durchschnitt pro Tag aus der Puste?“, wollte der Gesundheitsbotschafter wissen und bahnte sich seinen Weg durch ein Meer von bunten T-Shirts. „Zwei Stunden“, sagt eine Schülerin selbstbewusst. „Äh, ja, du vielleicht“, freute sich Arkona.
Traurig, aber wahr: Richtig wären nur 15 Minuten gewesen…Dass das an diesem Tag nicht gelten würde, wussten die Teilnehmer spätestens zwei Stunden später. Denn gleich an acht Bewegungsstationen wurden sie mit Spaß gefordert.

Die Hessischen Gesundheitsspiele sind ganz auf Schüler abgestimmt. Bei ihnen geht es um das Thema Gesundheit, (Trend-)Sport und Vorträge mit Fakten über Körper, Ernährung und Gesundheit. Diesmal am Start: Angebote wie das Stationensportfest oder spezielle Workshops des VfL Marburgs, des Hessischen Tennisverbandes und der Rugby Union Marburg, die Bewegungs- und Wahrnehmungsförderung mit viel Energie umsetzten.

Action! Ja, klar. Erhobene Zeigefinger? – nein, danke. Ergänzt wird das Programm durch einen Film zum Thema Ernährung und einer Gesundheitsmesse für Schüler, die vom Team „Schule & Gesundheit“ des Staatlichen Schulamts Marburg organisiert wurde. Hier präsentieren sich Partner aus dem regionalen und überregionalen Gesundheitsnetzwerk. Neben Impulsen für einen erlebnisreichen Gesundheitsschultag für die Schüler möchte die Veranstaltung Lehrkräfte und Schulen dazu „bewegen“, immer wieder Elemente zur Gesundheitsförderung ins Schulleben einzubauen. Das Kultusministerium bietet hier seinen Schulen ein qualitätsorientiertes Zertifizierungssystem an.

Viele engagierte Partner

Engagieren haben sich bei den Gesundheitsspielen auch Schülerinnen und Schüler der Augustinerschule in Friedberg. Die bildet die Dietrich Grönemeyer Stiftung im Teamwork mit dem hessischen Kultusministerium seit 2009 in Bochum zu „Gesundheitsbotschaftern“ aus. Zudem kam Unterstützung von Schülern der mitausrichtenden Elisabethschule Marburg und von einem Leistungskurs Sport der Alfred-Wegner-Schule Kirchhain. Als „Schülerlehrer“ geben sie ihr erworbenes Wissen an Mitschüler weiter, um diese für gesundheitsorientiertes Verhalten zu sensibilisieren.

„Mir ist wichtig, dass schon Kinder über ihren Körper Bescheid wissen. Dass sie wissen, was sie tun können, wenn sie krank sind. Und, noch wichtiger: Was sie tun können, um gar nicht erst krank zu werden. Deshalb plädiere ich seit Jahren für die Einführung eines deutschlandweiten Gesundheitsunterrichts an Schulen mit einer Stunde Bewegung - für jedes Kind an jedem Tag“, so Stifter Professor Dr. Dietrich Grönemeyer. Die Dietrich Grönemeyer Stiftung GmbH für Prävention und Gesundheitsförderung wurde im Mai 2007 von ihm ins Leben gerufen. Ziele sind die Förderung der Kindergesundheit und die Etablierung von Gesundheitsunterricht in Schulen, aber auch weitere Projekte im Bereich der Prävention und Rehabilitation.

Getragen wird die Veranstaltung vom ehrenamtlichen Engagement vieler Ärzte, von den Kooperationspartnern aus dem regionalen Gesundheitsnetzwerk, dem Hessischen Kultusministerium und vor allem dem VfL Marburg, der seine sportlichen Einrichtungen und  Übungsleiter in die Gesundheitsspiele einbringt. Die vielfältige und ideenreiche Organisation wird durch die Schulsportkoordinatoren und die Fachberatung „Schule & Gesundheit“ des Schulamts Marburg sichergestellt.

AOK und HKM mit an Bord

Die AOK Hessen trägt als Förderer der Spiele mit ihrem Know-How und ihren Angeboten in besonderer Weise zum Gelingen der Gesamtveranstaltung bei. Als größte Krankenkasse im Land versichert die AOK 1,5 Millionen Menschen, darunter alleine 200.000 Kinder und Jugendliche. „Dass damit auch eine große Verantwortung einhergeht, versteht sich von selbst“, sagt Kerstin Roth, die das Thema Prävention bei der AOK Hessen betreut. „Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst. Die Hessischen Gesundheitsspiele sind eine tolle Möglichkeit, um Kinder auf spielerische und spritzige Weise an das Thema Bewegung heranzuführen. Ohne Druck, ohne Belehrung – das finden wir gut und deshalb stehen wir voll hinter dem Konzept“, sagt Roth und ergänzt: „Aus diesem Grund übernehmen wir auch Kosten in Höhe von 20.000 Euro für die Ausgestaltung der Gesundheitsspiele und die dazugehörige Lehrerfortbildung.“

Ulrich Striegel, Referatsleiter für Sport und Gesundheit beim Hessischen Kultusministerium, resümiert: „Diese Veranstaltung zeigt, dass wir gemeinsam viel bewegen können, wenn wir zusammenarbeiten, Schulen, AOK, Dietrich Grönemeyer Stiftung und die örtlichen Vereine. Ich hoffe sehr, dass die Veranstaltung in Marburg Spuren hinterlässt.“

„Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr an unserer Schule und in den umliegenden
Sportstätten die Gesundheitsspiele ausrichten dürfen“, betont Tobias Meinel, Schulleiter der Elisabethschule. „Als Schule mit einem zertifizierten Präventionsprogramm stellen die
Gesundheitsspiele einen wichtigen Baustein in unserem Konzept der Gesundheitserziehung dar. Die Verbindung von Sport, Spiel und Information ist aus unserer Sicht genau der richtige Weg, Kinder und Jugendliche anzusprechen und für eine gesunde Lebensführung zu gewinnen.“